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Zeugnis Claudia Fuchs

Seit meinem 9ten Lebensjahr habe ich über 33 Jahre lang geraucht und auch mit Alkohol startete ich auch sehr früh.
In meinem Elternhaus gab es Bier für den Vater und Wein für die Mutter. Für uns Kinder Mineralwasser, Milch oder ungesüßten Tee. Kaffee war für uns Kinder verboten.
Und ich, ich entdeckte für mich noch den Apfelmost.
Apfelmost ist gegorener Apfelsaft. Um ihn haltbar und auch schmackhafter zu machen gibt man zum vergären ein Anteil Schnaps mit rein.
Nun wenn meine Geschwister und ich etwas mit Geschmack trinken wollten, war da die Flasche Apfelmost genau das richtige und das einzige das im Haus war.
Dass man davon betrunken wird oder gar einen schlechten Atem bekommt hat mir keiner gesagt. Trunkenheit und Mundgeruch machen nun mal einsam.
 
Keiner wollte was mit mir zu tun haben und irgendwann beschloss ich dann für mich, dass ich niemanden brauche und sie alle sollten mich in Ruhe lassen. Die ersten Stacheln wuchsen. Hat sich jemand getraut mit mir Kontakt aufzunehmen, wurde diese Person sofort abgelehnt. Ganz klar habe ich auch immer mehr Mechanismen entwickelt, um nur ja meine Schutzmauern zu sichern.
 
Meine ersten Erfahrungen mit Bier und Zigaretten machte ich mit zwei Bekannten. Die eine brachte Bier mit und die andere Zigaretten.
Eigentlich wollte ich erst nicht aber nachdem sie diese ständige „Claudia ist ein Feigling“ - Sache gebracht hatten, machte ich halt doch mit. Heute kenne ich den Begriff Gruppenzwang.
Die erste Zigarette war grausam ich hustete und mir war speiübel. Nun ein paar Schlückchen aus der Bierflasche (Kreiseltrinken ) später ( Stiefeltrinken) ein paar Züge an der Zigarette dann wieder Schlückchen, Zügchen, Schlückchen….usw.
Irgendwann war ich dann auch zu Hause und schlich mich in mein Zimmer, denn meine Eltern durften ja nichts mitkriegen.
Das erste was ich in meinem Zimmer tat war erbrechen. Meine Eltern merkten nichts davon.
Am nächsten Tag durchsuchte meine Mutter meine Schultasche und fand die Schachtel Zigaretten. Sie stellte mich zur Rede. Ich kam durch, zumal mein Vater beim abendlichen Rapport sagte „….wenn sie Rauchen will, muss sie das selbst wissen“. Und das mit 9 Jahren.
Irgendwann kaufte ich mir dann selbst Zigaretten weil mir die eine Bekannte keine mehr gab. Dann brauchte ich die Zigarette.
 
Da ich ein Stadtkind war, fiel es nicht weiter auf, dass ich mich mehr und mehr in eine Art heile Traumwelt flüchtete. Das ging so, bis ich 15 Jahre alt war. Damals riss ich von zu Hause aus, lebte dann einige Zeit auf der Strasse schlief unter Brücken.
Ich lernte meinen heutigen Mann Karlheinz kennen, der nahm mich mit zu sich nach Hause.
Dort lernte ich dann ein ganz anderes Leben kennen.
Ich war sehr von dieser Familie fasziniert in der doch so ziemlich alles erlaubt war, wie z.B. Fernsehen am Nachmittag. Das gerade Gegenteil von meinem Zuhause wo alles fest strukturiert war. Und ich fühlte mich frei und wohl.
 
Es blieb nicht alles so glücklich, denn die Zeit brachte harte Umstände mit sich. Mit 18 hatte ich geheiratet. Ab 20 fing ich an eine geistig behinderte Person zu pflegen. Mit 28 kamen dann noch über Nacht drei Kinder dazu. Das war alles zu viel und wenn dann keiner hinsah und die Kids im Bett lagen, hab ich halt eine Flasche Bier getrunken. Da konnte man gut entspannen und auch vergessen was so den ganzen Tag gelaufen war. Die Jungs waren nicht gerade einfach. Eine Flasche Bier hält da nicht lange vor. So wuchs mein Konsum. Alkohol kostet auch Geld. Irgendwann durfte ich mich dann auch der Kostenfrage stellen. Wo landete ich? Beim Apfelmost! War halt das billigste.
Dann kamen Zeiten in denen ich trank, bis nichts mehr ging. Aber immer noch heimlich.
 
Eines Tages, im Jahre 1992 bekehrte sich auch noch mein Mann, während einer Trainingseinheit Krafttraining im Sportstudio zu Jesus Christus. Er ging eine Zeitlang in eine Gemeinde in Hammelburg, besuchte dort sogenannte Hauskreise und im August 98 lies er sich dann auch noch taufen.
Und damit war meine/unsere Ehe abgeschlossen und beendet. So dachte ich.
Wir hatten 1981 katholisch geheiratet und es war mir mit diesem Schritt klar, das wars. Ich bin in einem sehr streng katholischen Elternhaus groß geworden und hatte so mit 14 Gott endgültig den Rücken gekehrt.
 
Als wenn das nicht schon genug gewesen wäre, stellten sich noch Probleme wegen meinem Alkoholkonsum ein, denn der Alkohol in meinem Leben ließ sich nicht mehr kontrollieren.
Zu dieser Zeit machte ich schon einige Jahre Kampfsport und hatte die Ausbildung zum Übungsleiter begonnen. Eine der Regeln in der Sportschule hieß: „Kein Alkohol auf den Zimmern“.
Wenn man auf Alkohol angewiesen ist, hat man spätestens jetzt ein mächtiges Problem. Meine Hände zitterten derart das einer der Ausbilder mich fragte was denn los sei. Zunächst schaffte ich es zu verheimlichen.
 
Aber irgendwann suchte der Ausbilder im Verein das Gespräch mit mir. Eines der härtesten Gesprächen in meinem Leben aber auch das heilsamste.
Zumindest habe ich während des Gesprächs das erste Mal anerkannt, das ich ein Problem habe und Hilfe brauche. Was für eine Erkenntnis. Es tat weh, der Wahrheit ins Gesicht sehen zu müssen. Einiges rechne ich ihm heute noch an.
1. Er hat sachlich, informativ mit mir geredet.
2. Er hat mich nicht angeklagt.
3. Er hat mir erklärt, dass er zu mir steht.
4. Er hat mir geholfen.
5. Seine Freundschaft angeboten.
 
Er war Polizist und hat mich vor jeder Einheit überprüft bis er sich sicher war, das ich nicht betrunken auf die Matte gehe. Das hat mir geholfen, denn ich unterrichte sehr gern.
Der nächste Schritt war dran.

1. Regel: Der erste Schluck, Autoschlüssel weg.

2.Regel: Das Glas halbvoll ausleeren und laut sagen „ Ich schaff das“ dann sofort ins Bett gehen. Das war schon mal gut, aber ich war noch nicht frei.
 
So wie Saulus, in der Apostelgeschichte Kapitel 7 Vers 58, auf die Kleider der Männer aufpasste, die Stephanus steinigten, und die Gemeinde verfolgte, so war ich.
Wann immer mein Mann Karlheinz betete – meinte ich einen Riesenlärm veranstalten zu müssen. Elektrosägen beim Mittagessen der Quirl extra lang und lautes Türenschlagen bis hin zu ständigem herummeckern.
 
Eines Tages wie es der „Zufall“ wollte, waren Karlheinz und ich gemeinsam an einer Grippe erkrankt und lagen krank im Bett. Beide lasen wir unsere derzeitige Lektüre. Karlheinz die Bibel und ich schaurige Gruselromane. So gegensätzlich war unser Leben. Er gut und ich böse.
Karlheinz ging jeden Freitagabend zum Hauskreis. Das ist ein Kreis wo man sich trifft und Austausch hat. Da wird gesungen und gelacht. Alles was es in unserer stressigen Situation nicht gab.
Der damalige Leiter dieses Hauskreises kam mit seiner Frau um mich persönlich zu einem Grillfest einzuladen.
Zu meinem Erstaunen fand ich sie auch noch nett. Dankbar das sie mich nicht gleich mit Jesus und Co. behelligten. Also, ein netter Nachmittag. Ich versprach, irgendwann mal in den Hauskreis zu kommen.
Immer wieder wurde ich an mein Versprechen erinnert. Und Versprechen werden auch nicht gebrochen. So hatte ich das gelernt und gab es kein zurück mehr.
Das Singen hat mir gut gefallen. Das war was für mich. Das wollte ich doch schon als Kind, singen und spielen. Außerdem waren die so abgespaced, da dachte ich mir, ich passe dazu.
Ich war neugierig geworden. Also ging ich mit in den Gottesdienst am Sonntag.
 
Nach dem Gottesdienst fuhr ich nach Hause um zu kochen. Das verrückte war, das ich nichts auf die Reihe brachte. Ich rief jemanden aus dem Hauskreis an.
Nach dem Gespräch schloss ich mit Jesus eine Abmachung. ER lässt mich kochen. Sollte ich innerhalb einer bestimmten Zeit das Essen ( Schweinebraten ) auf dem Tisch haben, werde ich IHN (Jesus) in mein Leben einladen. 20Minuten für einen Schweinebraten mit Klößen also los!! Was bei Menschen unmöglich ist, bei Gott ist es möglich.
Der Braten stand tatsächlich auf dem Tisch und ich bat darum beten zu dürfen. Die Gesichter, herrlich. Karlheinz dachte wahrscheinlich „Jetzt kommt der Herr persönlich!“ Immerhin hat er 7 Jahre gepredigt, geschafft, gezogen und außer Streit nichts geerntet.
An jenem Abend lud ich Jesus in mein Leben ein und ich weinte den ganzen Schmerz aus mir heraus und tat Buße für all die schlimmen Dinge die ich getan gesagt und gedacht habe.
Buße heißt ich kehre um und tu es nicht wieder. In meinem Fall vor Gott davon laufen. Dann habe ich Jesus gesagt, dass ER der Herr in meinem Leben sein soll und ER mich doch neu machen soll. Das war im Juli 1999.
 
Irgendwann war mir klar, ich kann nicht anbeten und gleichzeitig betrunken sein. Also tat ich Buße vor dem gesamten Hauskreis darüber, dass ich unter Alkoholeinfluss angebetet hatte.
Im nächsten Gottesdienst hatte ich ein inneres Bild.
In diesem Bild sollte ich alles Alkohol zum Kreuz bringen, vom Berg herunter gehen und nicht wieder, wie Lots Frau, zurück schauen.
Erst unten am Berg durfte ich zurück schauen und sah ein leeres Holzkreuz. Und ich wusste, dass mich Jesus vom Alkohol befreit hatte. Und das ist bis zum heutigen Tag so geblieben.
 
Aber dann war ja noch das Rauchen.
2005 konnten wir nicht zum Gottesdienst fahren weil Karlheinz krank war. Spöttisch meinte ich in der Art, dass die nicht rauchen und völlig gesund leben, als erste krank werden.
Sprachs und legte mich ins Bett. Am nächsten Morgen konnte ich kaum aufstehen, so elend war mir. Karlheinz dagegen fit und gesund.
Bis zum Nachmittag ging es mir so schlecht das ich kaum Luft bekam hab so richtig geröchelt. Da bekam ich es das erste Mal richtig mit der Angst zu tun. Hatte einen Erstickungsanfall nach dem anderen, plus gleichzeitig die Sucht; ich dachte ich sterbe. Probierte ich zu rauchen gegen die Sucht, bekam ich keine Luft. Bekam ich Luft, bekam ich gleichzeitig die Suchterscheinungen. Ich war fix und alle. Dann noch Fieberschmerzen. Ich schrie zu Gott, dass er mich sterben oder befreie soll.
 
Die Schmerzen ließen nach und ich kämpfte 3 Wochen mit Entzug.
Nach 3 Wochen war das schlimmste vorüber und von Tag zu Tag wurde ich gesünder und heiler konnte mehr und mehr aufstehen und schließlich ganz stehen bleiben. Das tat gut. Und ich hatte mehr Frieden und Ruhe wie jemals zuvor in meinem Leben.
 
In Jesus Christus fand ich eine Hand die mich aufhob, stärkte und völlig neu machte.

 

Claudia unterrichtet seit einigen Jahren Kampfsport in einer Schule (Ort und Name werden aus Datenrechtlichen Gründen nicht genannt). Zur Zeit unterrichtet sie zwei Anfänger- und eine Fortgeschrittenengruppe. Ihre Hauptaufgabe ist es, den Mädchen neue Perspektiven für ihr Leben zu eröffnen. Dazu gehört ihr Selbstvertrauen zu stärken, ihren Extremitäten neuen Schwung und Spannung zu geben, dass sie lernen sozialen Kontakte aufzubauen und Gemeinschaftssinn zu entwickeln.

Denn sie hat viel mit Mädchen zu tun, die ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) haben und die sexuellen Missbrauch in ihrem Leben erfahren mussten.

Ihr Hauptanliegen ist es auch, ihnen zu vermitteln, dass Jesus Christus lebensnah und Vorort zu erleben ist. Persönliche Gerechtigkeit, für sie (die Mädchen) und Glaubenleben, ist nichts totes, sondern Leben pur.


Claudia berichtet:

"Verantwortung zu übernehmen, für sich selbst, sowie auch für den Partner der nun mal ihr einziges Übungsgerät ist, ist ein wesentlicher Bestandteil zur Entwicklung der Reife. Die meisten Anfänger-Mädchen haben kaum oder wenig Erfahrung mit Sport. Dafür aber mit PC-Spielen, Bücherlesen und Lernen. Dazu kommt mangelndes Selbstvertrauen. Ich nenne dass moderne Mangelerscheinungen aus dem ungestilltem Verlangen nach Selbstwert. Oder auch die Suche nach dem Ich.

Aus der Selbstverteidigung kennt man einen Begriff wie Opferrolle. Potenzielle Täter erkennen diese auch sofort. Meiner Meinung nach sind das Mangelerscheinung aus dem Elternhaus. Diese gilt es aufzuarbeiten und Lösungen zu finden.

Als Christ, der daran glaubt, dass Jesus Christus auferstanden ist und lebt, rechne ich damit, dass ER mir bei der Lösungsfindung hilft.

Wenn die Mädchen erkennen wer sie sind, dass sie auch was drauf haben, wird ihr Selbstwert, bzw. das Selbstvertrauen enorm gesteigert und die Opferrolle schwindet. Potentielle Täter oder auch Angreifer wissen sofort mit DER nicht.

Ein kleiner praktischer Teil dazu: Wir üben manchmal nonverbale Kommunikation. Jeder Trainer weiß warum, man bringt die Gruppe zur Ruhe, sie sind einfach nur zu laut. Ich vertraue dann Gott, dass ER mir eine kleine Geschichte einfallen lässt.

Ein Beispiel: An einem sonnigen Tag geht ein Bär spazieren und sucht Nahrung. Aufgabenstellung ist es dann für alle, diesen Bären darzustellen und zwar vor allen. In diesen kleinen Spielereien lernen sie in sozialen Kontakten Spannungsfelder auszuhalten, mit Stress umzugehen und dann den Schritt auf das Wasser zu wagen und Erfolg zu haben. Ein „davor“ drücken gibt es nicht, da eben alle drankommen und ein falsch oder richtig auch nicht. Wir kennen ja viele Bären. Und ich lerne Geduld. Das eine oder andere Mädchen darf man da extra fördern.

Mein Lieblingssatz dazu lautet: „Kann ich nicht gibt es nicht… bis du es ausprobiert hast.“ Lieber geh ich mit Anforderungen zurück, als ein Versagen im Vorfeld zu riskieren. Auch hier ist Jesus mir ein Vorbild. Jesus verlangt auch nicht mehr von mir als ich vollbringen kann und ER fordert mich nicht über Gebühr.

Eine kleine Geschichte dazu: Als ich dieses Spielchen mit ihnen spielte, saß eine der Schülerinnen mitten auf der Matte und regte sich nicht, war aber völlig entspannt. Als nach einiger Zeit immer noch keine Bewegung kam, fragte ich was sie denn für ein Bär sei. Sie meinte dann so „Ich bin der Bär der vom Spaziergang zurück ist und jetzt auf das Essen warte. Sie sei ein Zirkusbär und der müsse sich sein Futter nicht besorgen“. Themaverfehlung könnte man sagen. Doch ich hab so lachen müssen, hätte das doch von mir sein können.

So ist unser Herr voller Humor und Spaß. ER hält mir doch einfach mal nen Spiegel vor. So in Richtung Bequemlichkeit. Und ich merke es immer, wie Jesus selbst in den kleinsten Kleinigkeiten mit dabei ist.
Eines der häufigsten Probleme ist das ADS, auch Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom genannt. Wie es schon so geschrieben ist. so ist’s auch praktisch zu nehmen.

In der Seelsorge habe ich gelernt, dass es fünf Liebessprachen gibt. Jede einzelne davon baut Selbstwert auf. Das sind:

1. Lob und Anerkennung
2. Dienen und gedient wird
3. Geschenke
4. Ungeteilte Aufmerksamkeit und
5. Körperkontakt ohne Sexualität.

Diese Liebessprachen sollten im Elternhaus gesprochen werden. Da aber bereits die Eltern mangelhaften Selbstwert haben, stellt sich da schon die Frage: „Wer bringt jetzt diesen Kindern Selbstwert bei oder füllt diesen Mangel aus?“

Wenn ich jetzt bei einer Schülerin feststelle, dass sie offensichtlich ein Problem hat, was steht dagegen den HERRN zu fragen was für eine Liebessprache spricht sie denn, was braucht sie denn jetzt in diesem Augenblick. Auch hier schicke ich ein Stoßgebet zum Himmel um die passende Antwort zu finden. Im Griechischen steht unter Liebe, wie Gott sie meint, „AGAPE“ (es ist die Liebe Gottes und hat nichts mit Sexualität zu tun) und diese ist übersetzt in „....dem zu Liebendem zu geben was er braucht und nicht was er will“. Ich finde das großartig und weil es auch der Herr ist, der weiß wo der Mensch steht und wie es in seinem Herzen aussieht. Und dann tritt die seelische Heilung ein, wobei ich dann zuschauen darf.

Ein Beispiel dazu: Ein Kind war sehr rebellisch, und ich frage im Gebet Gott was sie braucht. Und ich frage: „Sag mal was ist dein Problem, auf was bist du so sauer?“ Das Resultat davon war, das sie einfach einbricht und weint und weint. Was also war geschehen. Die Mutter war bei einem Autounfall ums Leben gekommen und irgendjemand hat ihr eingeredet, sie seie Schuld an diesem Unfall. Ich sagte ihr, dass sie keine Schuld daran hätte und dass Jesus sie lieb hat. Zum Schluss saß die ganze Gruppe auf der Matte und teilte den Schmerz mit ihr, einschließlich ich selbst. Das heißt Gemeinschaftsweinen.

Wie ich ihnen helfe? Ich lasse das Licht, das Jesus mir gegeben hat, scheinen. Ich lasse die Menschen sein, wie sie sind und nehme sie an und kann sie auch mal stehen lassen. Das lässt sich nicht in Worte fassen, denn jeder Mensch ist individuell und auch genau so zu handhaben. Jesus hat für jeden seinen eigenen Plan und ER lässt mich manchmal teilhaben. Sicherlich gehört da auch eine eigene Zerbrochenheit dazu. Wenn ich nicht mehr weiter weiß - ER weiß weiter.

Was bei Menschen unmöglich scheint, bei Gott ist es möglich.
Zitat Jesu aus dem Markusevangelium Kapitel 10 Vers 27.

Treten im Bereich des ADS Mängel, auf macht sich das auch auf dem Körper bemerkbar. Das ist sichtbar. Da werden natürliche Bewegungsabläufe zum Spießrutenlauf. Eine Schülerin mit ADS, ich dachte immer, sie veräppelt mich bei der Fallschule vorwärts. Ich zeige, sie macht’s verkehrt bringt einfach keine runde Bewegungen zustande. Als Trainer fängt man ja an, diesen Mangel oder auch Makel zu beseitigen. Denn man weiß ja, der Prüfer, wenn der kommt, der lässt sie glatt durchfallen und dann hätte sie auch noch recht wenn sie sagt „Ich bin bestimmt die erste die durchfällt“. Ich bin seit insgesamt 11Jahren Trainerin und bis jetzt ist noch keiner meiner Schüler durchgefallen. Zudem sind eckige Übungen gefährlich für die Wirbelsäule. Doch in ihrem Fall… oh Verzweiflung bis ich betete. Und siehe da. Durch einen Impuls frage ich sie ob sie Medikamente nimmt. Und so habe ich herausgefunden, dass fast 50% aller Schüler irgendwelche Medikamente nehmen, ich war geschockt. Bei uns gab’s da früher frische Luft
nötigenfalls mal eine auf den Hintern. Okay einige haben es übertrieben (mein Vater auch) aber Medikamente zum Ruhigwerden, zum Lebendigwerden, zum was weiß ich alles werden. Zum K….

Aufmerksamkeitsdefizite machen sich überall bemerkbar. Was tun - Mangel beseitigen. Ich bin der festen Überzeugung, dass Jesus Mangel beseitigt, wenn man IHM nur vertraut. Nun, in meinem Leben bin ich lösungsorientiert. Und in meinem Leben habe ich eine Lösung gefunden. Ich nenne sie Auferstehungskraft. Ganz grob gesagt ist es so, dass Jesus vom Geist Gottes von den Toten auferweckt wurde. Diesen Geist Gottes kennen die Meisten als Heiligen Geist, der zu Pfingsten kam um den Christen in ihrem Leben zu helfen.

Wenn ich mein Leben Jesus Christus anvertraue und er die Richtschnur meines Lebens ist, kann ich auch diesen Heiligen Geist von Gott bekommen. Detaillierter kann man hier nicht darauf eingehen. Das würde lang wie eine Predigt werden. Und „meine“ Mädchen kennen das von mir, dass ich mitten im Unterricht anfange zu Predigen. Und das situationsgebunden und detailliert.

Eine andere Form von ADS ist Hyperaktivität. Nun der Traum jedes Trainer ist doch das sich die Schüler genügend bewegen. Gerade im Kampfsport. Hier in solchem Fall hat sich das Mädel so bewegt, dass sie schneller denkt wie sich dazu bewegt. So kommt es zu Verzögerungen und eventuell sogar Verstauchungen der Extremitäten. Bei einem Mädchen hatte ich das zu spät bemerkt. So kam es das sie bei Rollübungen sich das Schlüsselbein auskugelte. Sie war in Gedanken schneller aufgestanden als ihr Körper Reaktion zeigte. Diese Hyperaktivisten sind schwer zu beruhigen und nur am rumzappeln. Das schwierigste ist tatsächlich sie zu beruhigen. Da wird dann auch mal schnell durchgedreht.

Eine weitere Herausforderung mit der ich konfrontiert werde ist der sexuelle Missbrauch. Nicht selten kommt es vor, dass ein Mädchen als Frau aus den Ferien zurück in die Schule kommt. Ein Beispiel: Ich nenne ich das Mädel einfach K. Nach einer Unterrichtseinheit hatte sich die Gruppe schon zum Gruß breit aufgestellt. K. stand am Fenster und rührte sich nicht. Ich rief sie. Keine Reaktion. An jenem Tag hatten wir ca. 30 Grad im Schatten und es war das vorletzte Training vor der Prüfung. Ich denke mir, dass es wohl ein Schwächeanfall ist, weil ich schon seit einigen Wochen beobachtet hatte, dass sie stark abgenommen hatte. Da kann der Kreislauf schon mal kippen. Nun ich bin hin zu ihr und spreche sie an wegen dem Aufstellen. Von ihr kam keine Reaktion. Ich stelle fest, dass sie völlig geistesabwesend ist und auch nicht auf laute Geräusche reagiert. Fragen nach einem Arzt - war keiner mehr da. Rettungswagen? Da müssen sie immer gleich mitfahren. Was tun???  Von Jesus bekomme ich den Impuls das Richtige zu tun!
Schocklagerung, warten, leise beten - glauben. Sie kommt tatsächlich zu Bewusstsein, kalter Waschlappen. Leise reden was ist los? - Nichts. Was hast du heute gegessen? - Nichts. Was hast du heute getrunken? - Nichts. Oje, Oje was tun?? Ich höre mich fragen „Sag, was tut deinem Herzen so weh, das du Nahrung verweigerst?“ Darauf schwappen die Gefühle über und es bricht aus ihr heraus. Sie müsse doch abnehmen. Die Buben (sie ist erst 12) in der Grundschule hätten es schon immer gesagt und jetzt sagt es die Mutter auch und überhaupt sei da noch die andere Sache. Ich bete innerlich und bekomme die Antwort in mein Herz gelegt. Sexueller Missbrauch! OH Mist aber auch. Was tun? Der Herr gut zu mir. ER weiß da Bescheid wie mit der „Sache“ umgehen. Zumal man ja auch eigene Erfahrungen hat in dem Bereich und das eine oder andere auch noch ein bisschen wehtut. In diesem Fall lässt ER mich mitweinen ich konnte den Schmerz von K. spüren. Inzwischen war der Rest der Gruppe schon nach Hause gegangen. So lieb wie sie sind, hatten sie vorher noch die Matten abgebaut. So sitze ich mit einem Bündel Mensch vor mir auf dem blanken Parkettboden und weine über ihren Schmerz. Bloß keinen Körperkontakt, sondern nur Tränen und sie sieht sie (die Tränen). Irgendwann fragt sie mich, warum ich denn weine, dass alles hätte doch nichts mit mir zu tun! Nun das hatte sie noch nicht erlebt, und ich sagte ihr was in mir so vorging. Weine mit den Weinenden. Das steht im Römerbrief (Neues Testament). Daraufhin von vorne, ja Gott hätte sie auch im Stich gelassen und trotzdem wird sie in die Kirche gezwungen und Ministrant sei sie schließlich auch und hätte doch gar keinen Bock auf einen Gott der solches zuließe und gar nix versteht und sie auch nicht verteidigt. Ja, da ist Weisheit gefragt. Ich erzähle ihr von Jesus und von der Liebe Gottes und dass sie eben nichts verkehrt gemacht hat, und Gott sie jetzt auch nicht verdammt, nur weil ihr dieses Furchtbare passiert ist. Es gäbe auch Wege damit umzugehen. Aber eben nicht hungern. Und Gott ist bei ihr und sieht den Schmerz und deswegen hätte ich mit ihr geweint. Sie wüsste in ihrem Herzen genau Bescheid, und sie solle doch Jesus mal eine Chance geben. Lade IHN ein in dein Leben. Du bist alt genug Entscheidungen zu treffen und auch die richtige zu treffen. Dann, warte was geschieht! Ein paar Tage später sah ich sie mit ihrer Mutter beim Einkaufen. Als mein Blick ihren Augen begegnete wusste ich, JESUS hat diesen Kampf gewonnen. Sie grinst, ich grinse, und wir wissen voneinander dass wir Geschwister in Jesus sind. Zwei Wochen später war Abschlussessen beim Chinesen, und ich sah sie essen und noch mal eine Portion nachholen.

Unser Gott ist wirklich gut und bei IHM gibt es auch Heilung in allen Dingen."


claudia.fuchs@vck-web.org


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Für den 05.02.2012
Psalm 25,12
Wer ist der Mann, der den HERRN fürchtet? Ihm zeigt er den Weg, den er erwählen soll.

Markus 1,17
Jesus sprach: Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!

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